Chronik

Am südlichen Abhang des Watzenhahns, am Fuße des Girkenrother Kopfes, liegt 7 km von Westerburg entfernt, die Gemeinde Girkenroth in 400 m Höhe.

 

Sie ist damit der höchstgelegene Ort gegenüber den anderen Watzenhahngemeinden Willmenrod, Berzhahn und Dornburg, mit den Ortsteilen Wilsenroth, Frickenhofen und Dorndorf.

 

Die Entstehung des Ortes kann zu der Zeit angenommen werden, als die Waldflächen gerodet und der Ackerbau auch in den Höhengebieten seinen Einzug hielt, also in der Zeit vom 10. Jahrhundert an.

 

Urkundlich nachgewiesen ist Girkenroth 1385 erstmals genannt. Die Schreibweise des Ortes hat sich in den Jahrhunderten mehrmals gewandelt: Girickenroide‚ Gerkenrode, und selbst bei der „consolidierung“ (Flurbereinigung) vor 100Jahren, wurde teilweise Girkenroth noch mit "d" am Schluss geschrieben.

 

Schon 1525 gehörte ein Teil der Gemeinde zum Kirchspiel Willmenrod, der andere Teil zur Mutterpfarrei Salz. Grenze war die Straße die von Nord-West nach Süd-Ost den Ort durchzieht. In den Jahren 1477, 1505 und 1525 waren Teile des Zehnten Lehen der von Waldmannshausen. Einen anderen Teil hatten 1475, 1525 und 1652 die von Molnark als Lehen in der Grafschaft Sayn, 1786 das Stift Diez, Graf Walderdorf, die von Solemacher, die Pfarrei Salz und die Grafen von Leiningen-Westerburg.

 

1558 wurde von Nassau-Dillenburg aus versucht, im Kirchspiel Salz, bestehend aus „Unterem“ mit Kirche in Salz und „Oberem“ mit Kirche in Kölbingen- Möllingen, die Reformation einzuführen, jedoch ohne Erfolg. Nachdem 1564 durch den Diezer Teilungsvertrag in Koblenz endgültig über die politische Zugehörigkeit des Kirchspiel Salz entschieden worden war, wurde damit auch die Frage des Religionsbekenntnisses erledigt. Salz blieb katholisch und die Einwohner zogen aus dem nordöstlichen Teil in den anderen, zum Kirchspiel Salz gehörenden Ortsteil um, damit sie katholisch bleiben konnten.

 

Bekanntlich bestimmten ja die Landesherren die Konfessionszugehörigkeit ihrer Untertanen.

 

Der zum Kirchspiel Willmenrod gehörende, also evangelische Ortsteil‚ hatte um

 

1490: 8 Feuerstellen,

1525: 9 Leibeigene Familien,

1590: 4 Hausgesässe,

1597: 6 Häuser, 5 leibeigene Familien,

1603: 18 Leibeigene

1607: 4 Nassauische Vogt-Leute,

1644: 1 Mann,

1665: 1 Familie.

 

Kleinere, in der Gemarkung vorhandene Siedlungen, wurden wieder „wüst“, so Ottenstein, Hombasche, Ettingen und In den Höven. So ist z. B. Ottenstein zu Beginn des 16. Jahrhunderts ausgegangen.

 

Die Ottensteiner lebten später in der Grafschaft Sayn.

 

Im nordöstlichen Teil der Gemarkung lag Hombasche. 1325 als Hambüschen z. Teil zum Kirchspiel Willmenrod gehörend, war 1525 schon wüst.

 

1428 gehörte noch ein Hof zum Isenburger Anteil an Weltersburg. Ettingen wird 1344 erwähnt, war aber bis etwa 1590 wieder wüst. Die Ettinger Erben in Dorndorf und Girkenroth baten 1592 die Westerburger, Fremde von der Eckernmast in ihrem Wald fernzuhalten. Gefälle hatte hier auch die Pfarrei Willmenrod, mit einem Grenzvergleich zwischen Curtrier, Leiningen-Westerburg und Oranien-Nassau. 1790 wurden Streitereien unter der Erbengemeinschaft am Wald beigelegt.

 

1798 verkaufte die Pfarrei Willmenrod ihren Waldanteil an die Gemeinde Girkenroth, der auch die Ackerflur zwischen Girkenrother Kopf und Kiesel zufiel.

 

Um 1270 hatten die Herren von Runkel und Westerburg Hofgüter auf dem Watzenhahn, die ebenfalls später wüst wurden. Der um 1700 von Leiningen-Westerburg auf dem Watzenhahn angelegte Hof, genannt Fritzenhahn, wurde später auch aufgegeben. Hof und Flur wurden in den Jahren 1726 - 61 für 700 Reichstaler an die Gemeinden Girkenroth und Welterburg verkauft.

 

Die Bezeichnungen Ottenstein, Homberswies und Ettingen finden wir noch heute in der Flurkarte. In Ettingen am Waldrand war bis vor wenigen Jahren ein verfallener Brunnen vorhanden; das Wasser dieses Brunnens tritt unterhalb auf einer Wiese aus. Es kann davon ausgegangen werden, dass der Brunnen der Siedlung als Wasserversorgung diente. Um das Waldgebiet Watzenhahn rankt sich eine Reihe von Sagen und Geschichten. So sollen die Raubritter von Weltersburg die Herren von Ottenstein überfallen haben. Diese hatten jedoch vorher Kunde vom bevorstehenden Überfall erhalten, und schmolzen ihre Edelmetalle ein, formten daraus einen „Goldenen Mann", den sie, als die Weltersburger wieder einmal beim Saufgelage waren‚ in den Ruhberg, genannt Lah, vergruben. Als der Überfall dann stattfand, und die erhoffte Beute ausblieb, wurden die Bewohner Ottensteins erschlagen und ihr Gut verbrannt.

 

Als Andenken an diese Bluttat wuchs ein großer Felsbrocken im Wäldchen Ottenstein aus dem Boden‚ der sich beim Mittagläuten einmal um sich selbst dreht. Aber nur Sonntagskinder mit reinem Gemüt können dieses erleben. Bisher konnte noch keiner von dem Vorgang berichten, und auch die Schatzsuche nach dem goldenen Mann blieb bisher erfolglos.

 

Auch die Zerstörung des Raubritternestes Weltersburg durch die Limburger und der dabei von den durch den Schlosskaplan zu Hilfe gerufenen Bauern stammende Schlachtruf: „Salz soll lewe, Bilkem aach", welcher heute noch bekannt ist, gehört dazu.

 

Hierzu kommen noch die Sagen vom Raub des Käppchens der Blasius-Statue aus der Kapelle und langjährigen Pfarrkirche der Pfarrei Frickenhofen auf dem Blasiusberg und die Geschichte‚ dass dort die Statuen der 12 Apostel aus Edelmetall standen. Beim Anrücken des Napoleonischen Heeres hätten sie einen Hirten, der dort Schafe weidete, angesprochen und ihm befohlen, er solle sie durch Vergraben in Sicherheit bringen.

 

Der Hirte tat wie befohlen, und wurde später des Diebstahls bezichtigt; da er das Versteck nicht verraten wollte, wurde er erschlagen. Vorher hatte er seine Unschuld beschworen. Nach langen Jahren fand man die unversehrte Schwurhand und erkannte, dass er seinerzeit die Wahrheit gesagt hatte.

 

Auch die Zerstörung der Stadt Dornburg durch Raubritter, nach dem Verrat durch die Tochter des Stadtbürgermeisters, die sich, als sie sah, dass die Ritter statt die Stadt zu schonen‚ wie sie versprochen hatten, alles in Flammen aufgehen ließen‚ in den Brunnen stürzte, gehört dazu.

 

Am ehesten zu belegen ist wohl die Geschichte um den Dreiherrenbrunnen. Derselbe ist jetzt noch vorhanden, wo die drei Gemeinden Dorndorf, Salz und Girkenroth aneinandergrenzen.

 

Hier sollen sich die Herrn von Oranien-Nassau, Cur-Trier und Leiningen-Westerburg bei der Jagd getroffen und beschlossen haben, einen Brunnen anzulegen, damit man bei künftigen Jagdgeschehen mit dem kühlen Nass am Lagerplatz versorgt sei.

 

Die Grenzsteine mit den Bezeichnungen der drei Landesherrschaften Curtrier - CT, Oranien-Nassau - ON und Leiningen-Westerburg - LW sind noch gut erhalten und über kilometerweite Strecken hinweg zu verfolgen.

 

Der Brunnen, auch Dreiländereck genannt, spendet nach wie vor sein Wasser. Böse Zungen allerdings behaupten, wenn sich heute die Jäger dort träfen, würden sie nicht das kühle Nass, sondern Feuerwasser trinken, worauf auch die vielen Fehlschüsse, besonders bei der Saujagd, zurückzuführen seien.

 

Der Watzenhahn ist durch viele Wanderwege mit Ruheplätzen und hervorragenden Aussichtspunkten erschlossen. Zahlreiche Gäste streifen durch das große Waldgebiet mit seiner abwechslungsreichen Szenerie, bestaunen die alten, urwüchsigen Eichen, die mächtigen Buchen, die schlanken Tannen, knorrige Kiefern und die manigfachen anderen Gehölze.

 

Sie sehen die gefällten Baumriesen, die Generationen vorher gepflanzt und die sorgfältig angelegten Neukulturen, deren Nutzung späteren Generationen anvertraut sind.

 

Sie erleben die Tiere in freier Wildbahn und so noch den Reiz der Natur, die dem gehetzten Menschen unserer Tage Erholung und Neubesinnung schenkt.

 

Im Jahre 1909 entschloss sich die Gemeinde eine zentrale Wasserversorgung zu erstellen. Vorangegangen waren Verhandlungen mit der Gemeinde Weltersburg, wegen des Baues einer gemeinsamen Versorgungsanlage. Die Verhandlungen führten nicht zum Erfolg. Weltersburg durfte weiter den in der Gemeinde Girkenroth gelegenen Ottensteiner-Brunnen benutzen. Der Bau geschah auch gegen teilweisen Wiederstand der Bürger von Girkenroth, die das Wassergeld fürchteten und die öffentlichen und eigenen Haus-Brunnen weiter benutzen wollten. So wurde die 3. Sitzung in dieser Angelegenheit durch den damaligen Bürgermeister Holzbach beendet, indem er im Beschlussbuch den zornigen Vermerk anbrachte:

„WEGEN STREITIGKEITEN UND SKANDAL WURDE DIE VERHANDLUNG GESCHLOSSEN".

 

Nachdem der Gemeinderat mit knapper Stimmenmehrheit doch den Bau beschlossen und festgelegt hatte, dass alle diejenigen, die nicht bei Herstellung der Hauptleitung ihren Hausanschluss gestatten würden, denselben später auf eigene Kosten erstellen müssten, konnten alle Gebäude angeschlossen werden.

 

Die Herstellungskosten betrugen 28.000 Goldmark.

 

Allerdings war die Schüttung der gefassten Quelle beschränkt, so dass in den folgenden Jahren immer wieder Versuche zur Ergänzung der verfügbaren Wassermenge vorgenommen wurden, jedoch ohne nennenswerten Erfolg.

 

Im Jahre 1928 wurde „Im Weiher" ein Tiefbrunnen mit Seitenstollen und einer Pumpstation gebaut und damit die Versorgung sichergestellt. Im März 1945 wurde die Station durch Bombentreffer zerstört und die Rohrleitung zum Hochbehälter mehrmals getroffen. Die Bezugscheine zum Bezug der zur Reparatur benötigten Materialien nützten wenig und es müssten Fett und Eier, die im Ort zusammengebettelt wurden, zusätzlich gegeben werden In den folgenden Jahren wurde der Brunnen durch das Eindringen von Oberflächenwasser‚ bedingt durch die Erschütterungen der Bombenexplosionen unbrauchbar.

 

1951 erfolgte der Bau eines Glocken-Brunnens mit Anbohren der wasserführenden Schicht in Bruchhausen. In Folge des stetigen Mehrverbrauchs wurde 1964 der jetzige Tiefbrunnen mit 49 Meter Tiefe und einer Schüttung von über 600 cbm mit Pumpstation und Aufbereitungsanlage erstellt.

 

Gleichzeitig wurde der Bau eines neuen, höher gelegenen 400 cbm fassenden Hochbehälters begonnen. Die Versorgungsleitungen wurden in der Regie des zwischenzeitlich gegründeten Wasserbeschaffungsverbandes Girkenroth/Weltersburg bis nach Weltersburg geführt, unter gleichzeitiger, teilweiser Erneuerung der Ortsnetze. (So sind in Girkenroth über 95% aller Hausanschlüsse seit 1950 erneuert worden.) Kosten des Neubaus: 380.000 DM mit über 60% Zuschüssen.

 

Die bisher in beiden Gemeinden vorhandenen Hochbehälter, der Sammelbehälter in Weltersburg und die Zisterne in Girkenroth stehen als zusätzliche Löschwasserbehälter zur Verfügung.

 

Einen erheblichen Vermögenswert der Gemeinde bildet der Wald. Die Abholzungen der Kriegsjahre, vor allem für Brennholz, hatten sehr umfangreiche Aufforstungs- und jahrelange kostspielige Bestandspflege-Maßnahmen zur Folge. Der Ertrag war durch die übermäßige Nutzung der Kriegsjahre in der Folgezeit sehr geschmälert. Durch weitere Aufforstung von 6,5 Hektar Brachland in den Jahren 1950 bis 1958, wurde das Waldvermögen verbessert und der Hiebsatz erheblich gesteigert. Die Inanspruchnahme der Waldflächen durch den Basaltabbau konnten daher mehr als wett gemacht werden.

 

Das umfangreiche Feldwegenetz der Gemeinde wurde seit 1945 durch die Beseitigung der erheblichen Bombenschäden und den Ausbau der Hauptwege so verbessert, dass bei der Flurbereinigung ab 1967 meist nur noch Schwarzdecken aufgebracht werden mussten.

 

Durch die 1975 abgeschlossene Flurbereinigung, wurden die Grundstücksverhältnisse neu geordnet und den wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst. Während es in den 50iger und 60iger Jahren noch über 50 Viehhalter in der Gemeinde gab, ging diese Zahl ständig zurück, die Brachlandflächen wuchsen und machten so die Flurbereinigung erforderlich.

 

Die jetzigen Grundstücke werden wieder alle fast restlos bewirtschaftet. Seitens der Gemeinde wurde Wert darauf gelegt, ausreichend weiteres Bauerwartungsland auszuweisen. Dieses Ziel konnte weitgehend erreicht werden.

 

Bis zum Jahre 1929 wurden die Toten auf dem Kirchhof der Pfarrkirche Salz bestattet. lm Jahre 1929 schuf die Gemeinde einen eigenen Friedhof am Fuße des Ruhberges. Gleichzeitig wurde das Kriegerehrenmal für die Gefallenen des 1.Weltkrieges erbaut. welches 1950 renoviert und um die Namenstafeln der Gefallenen und Vermissten der im 2. Weltkrieg nicht mehr heimgekehrten Bürger erweitert wurde.

 

1957 wurde eine Erweiterung des Friedhofs um ca. 80 Grabstätten vorgenommen.

 

Beim 1971 erfolgten Bau der Friedhofshalle (zu der über 20.000 DM Spenden aus der Bevölkerung eingingen), konnten weitere 50 Grabstätten gewonnen werden. Außerdem wurde ein Parkplatz angelegt, um den Besuchern die ordnungsgemäße Abstellung ihrer Fahrzeuge zu ermöglichen. Die Wege erhielten statt der noch teilweise vorhandenen Kiesbedeckung eine Schwarzdecke.

 

Die Dorfglocke sollte ebenfalls zur Erreichung des Endsieges im letzten Weltkrieg beitragen. Sie wurde wie so viele andere, 1943 zum Einschmelzen abtransportiert. Am Sebastians-Tag 1951 wurde die neue, nach dem Dorfpatron „St. Sebastian" genannte Glocke geweiht.

 

Die im Jahre 1942 in der Ober- und Langstraße begonnene Ortskanalisierung wurde laufend vervollständigt, so 1949: Ortsdurchfahrt Weltersburg-, Salz- und Ringstraße, 1956: Oberstraße. Ab 1964 alle übrigen Ortsteile. In 2 Hauptsammlern wurden die Abwässer in Ottenstein zusammen mit denen der Gemeinde Weltersburg in einem vorläufigen Klärbecken mit Regenüberlauf zusammengeführt. Die Kosten für diese Maßnahme ab 1964 betrugen 230.000 DM davon ca. 120.000 DM Zuschüsse.

 

Auszuführen ist noch die Weiterführung des Hauptsammlers unter Aufnahme der Abwässer aus Salz bis zur geplanten Kläranlage unterhalb Bilkheim‚ die auch die Abwässer der Gemeinden Bilkheim, Molsberg und Wallmerod aufnimmt und der Bau der Anlage selbst.

 

Eine Aufgabe, die hoffentlich in den nächsten Jahren durch die beiden Verbandsgemeinden Wallmerod und Westerburg gelöst wird.

 

Die Gemeinde-Viehweide mit 13 ha Größe, diente vielen landwirtschaftlichen Betrieben als zusätzliche Futterquelle. In den Nachkriegsjahren wurden bis zu 60 Stück Rindvieh von dem weltbekannten Gasser Johann als Viehhirte zur Weide gebracht. Um eine bessere Benutzung zu erreichen, wurde die Weide ab 1953 zum Teil eingekoppelt und abschnittsweise gedüngt und genutzt.

 

Durch Anlegung von Gräben wurden die nassen Flächen entwässert und die zahlreich vorhandenen Steine abtransportiert und zum Wegebau verwandt.

 

Nach Einstellung des Viehauftriebs wurde sie an Viehhalter der Gemeinde verpachtet.

 

Im Jahre 1938 wurde das alte Spritzen- und Leiterhaus, übrigens ein beliebter Kinderspielplatz, abgelegt. Ein neues Gerätebaus wurde erbaut und auf dem Platz davor 1942 eine Löschwasser-Zisterne mit 100 cbm angelegt. Das Backhaus mit Kelterraum und Wiegehaus 1893 erbaut, in der Ortsmitte gelegen, musste den Verkehrsansprüchen weichen.

 

Im Schulgarten wurde 1960 ein neues Gerätehaus erstellt, das auch die Feuerlöschgeräte aufnahm. Die Viehwaage wanderte ins bisherige Feuerwehrgerätehaus, ebenso die Glocke in ein angebautes Türmchen.

 

Durch Austausch von Grundstücksflächen des Schulgartens mit dem angrenzenden Nachbar und Erwerb des Grundstücks wurden Gerätehaus und die auf dem erworbenen Grundstück befindlichen Ökonomie-Gebäude abgebrochen und in den Jahren 1968/69 an der Südseite der neuen Fläche ein Gerätehaus mit beträchtlicher Mithilfe der Bürger errichtet. Das übrige Gelände wurde als Kinderspiel- und Festplatz ausgebaut und 1969 beim Jubelfest des Sportvereins‚ anlässlich seines 60jährigen Bestehens, erstmals benutzt. (Kosten 50.000 DM.) Für die Zukunft kann der Platz auch bei Veranstaltungen im Dorfgemeinschaftshaus in Anspruch genommen werden.

 

Der Basaltabbau an der Südwest-Seite des Girkenrother Kopfes Ende der 20iger Jahre. wurde 1954 wieder aufgenommen und durch die Errichtung einer Brecheranlage auf eine Tagesleistung von 700 - 800 t gebracht. In Folge der wirtschaftlichen Entwicklung wurde der Betrieb 1975 wieder aufgegeben.

 

Im benachbarten Betonwerk werden seit 1962 die „GIRBALIT-Betonsteine" hergestellt.

 

Der Sportplatz, ehemals Teil der Gemeinde Viehweide „Auf dem Berg", wurde durch mehrere Maßnahmen schon ab 1930 für den Spielbetrieb hergerichtet. Die Arbeiten wurden meist durch die Vereinsmitglieder vorgenommen. Die Finanzierung erfolgte durch Zuwendungen der Gemeinde und Eigenleistung des Vereins, so zuletzt 1976 für die Ergänzung der Flutlichtanlage.

 

Der Ausbau der Straßen begann 1949 mit der Ortsdurchfahrt Weltersburg - Salz und der Ringstraße. 1951/52 folgten Oberstraße und Langstraße bis Weg „Heidchen", 1954 Langstraße bis Ortsausgang, 1956 ein weiterer Teil der Ringstraße und der restliche Teil der Oberstraße‚ 1965 „In der Schneiders Wies", sowie 1969 -72 Vervollständigung des Ausbaus in der Ober-, Lang- und Ringstraße und den Straßen der neuen Ortsteile (Baugebiete). Bei den Maßnahmen ab 1966 werden Erschließungs- und Ausbaukosten erhoben, die die Finanzierung erheblich erleichtern.

 

Auch für die Verschönerung des Ortsbildes wurde verschiedenes getan. So etwa die Renovierung des Friedrichsbrunnens 1950, die Errichtung des Dorfkreuzes mit Anlage auf dem Gelände des ehemaligen Brandweihers 1951, bis zum Bau des Grillplatzes mit Hütte und Wanderpfaden auf dem Ruhberg 1975.

 

Mit dem Ausbau der Feldwege wurden auch die Haupt-Waldwege 1956 bis 58 befestigt, so dass eine ungehinderte Holzabfuhr auf festen Wegen möglich ist.

 

Auch der Spaziergänger kann bei schlechtem Wetter auf befestigte Wege ausweichen und ungehindert frische Luft schnuppern. Bei allen diesen, wie vielen anderen Maßnahmen, konnten erhebliche Eigenleistungen der Bürger verzeichnet werden.

 

An das Kriegsgeschehen erinnert das Ehrenmal auf dem Friedhof, auf dem die Namen von 70 Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde verzeichnet sind, die in den beiden Weltkriegen ihr Leben lassen mussten. 1940 eine Sprengbombe einen Trichter 50 m hinter dem Friedhof. Außerdem fielen zahlreiche Brandbomben im angrenzenden Feld- und Wiesengelände Richtung St. Leonhard. Die Bevölkerung hatte mit dem Näherrücken der Front viel unter den Fliegerangriffen zu leiden; so wurde unter anderem ein Fuhrwerk beschossen und 2 Kühe getötet. Oberhalb des Ortes „Im Kopf" wurde ein Erdstollen angelegt, in den sich viele bei Tag flüchteten.

 

Am 7. März 1945 ging ein Bombenteppich zwischen Girkenroth, Weltersburg und Salz nieder. Die Straßen nach beiden Orten waren durch Volltreffer mehrmals unterbrochen und mussten notdürftig geflickt werden.

 

Am 13. März traf ein weiterer Angriff die Gemeinde. Glücklicherweise gingen nur einzelne Bomben im Dorf selbst nieder und verursachten Gebäudeschäden. Zahlreiche Fensterscheiben gingen zu Bruch und Dächer wurden durchlöchert. Personen kamen nicht zu Schaden.

 

Vom „Harstchen“ bis nach „Ottenstein“ war das Gelände von über 200 Bombentrichtern verwüstet.

 

Mit der Besetzung durch die Amerikaner begann die Notzeit der Nachkriegsjahre. Zu Ostern 1945 wurden die Kirchgänger durch bewaffnete Posten nach Salz und wieder nach Hause geführt.

 

Da die Straße oberhalb der Hauptschule noch durch Bombentrichter unpassierbar war, mussten die Salzer, Sonntag hin - Feiertag her, mit Fuhrwerken antreten und die Trichter auffüllen. In befohlener Arbeitsleistung, wer nicht antrat bekam keine Lebensmittelkarten‚ wurden die zahlreichen Trichter in Wegen, Feldern und Wiesen verfüllt.

 

Schon viele Jahre lang erinnert nichts mehr an die Trichterlandschaft.

 

Die Einwohnerzahl Girkenroths betrug 1900 ca. 380 Personen und wuchs sehr langsam. Dementsprechend war auch die Bautätigkeit gering. So wurden von 1928 bis 1939 nur 7 Wohnhäuser neu errichtet. Nach der Währungsreform 1948 begann die verstärkte Bautätigkeit.

 

Nach Schließung der vorhandenen Baulücken wurde es erforderlich. neues Baugelände zu beschaffen. So wurden 1963 und 65 die Bebauungspläne „Bruchhausen", „Im Feld", „Kleinfeldchen“ und „Hahnstück“ mit 6 ha Größe erstellt.

 

Hervorzuheben ist, dass durch geschickte Steuerung durch die Gemeinde und die Einsicht der Grundstückseigentümer, die Grundstücke auf den benötigten Zuschnitt durch Austausch, Kauf und Verkauf, auf freiwilliger Basis gebracht werden konnten.

 

Nach Verlegung der Wasserversorgungsleitungen, einschließlich der Hausanschlüsse und Herstellung der Baustraßen, setzte eine rege Bautätigkeit ein.

 

Während der Baubestand 1948 77 Einheiten betrug, zählt Girkenroth jetzt über 150 Wohnbauten und konnte damit die Zahl der Wohnbauten fast verdoppeln. Als nächstes steht die Änderung und Erweiterung des Planes „Hahnstücke“ an.

 

Entsprechend der Bautätigkeit verlief auch die Entwicklung der Einwohnerzahlen. Sie betrug vor dem 1. Weltkrieg ca. 380, steigerte sich bis 1945 auf etwas über 420 und beträgt z. Zt. 596 Personen.